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Screenology #18: Zack and Miri Make a Porno

(Illustration: Emma Isacson)

„Kannst du nicht normal über mich schreiben? In deinen Scheisskolumnen wirke ich wie ein Bierbauchschreiner mit Schnauz und Kompensationsgetue. Nein, ich komme nicht mit dir ins Kino. Fuck you. Geh doch mit Sara, von der du dir einbildest, sie wolle was von dir. Leck mich am Arsch.“ Tristan wird sich beruhigen. Irgendwann. Bloss, mit Sara ist’s im Moment auch nicht so unbefangen, wie es die Platonik gebietet. Dann halt alleine.

Fünf Kumpels mit je einem Bier und einer Tüte Popcorn setzen sich in die Reihe hinter mir. So sollte man sich diesen Film ansehen. Denke ich. Sagt der eine: „He, ich habe gehört, der Film ist noch primitiver als Brüno.“ Laute Zustimmung, Gelächter, Prost. So sollte man sich diesen Film nicht ansehen. Denke ich.

Nach dem Film hetze ich in die Sirene. Meine Begeisterung will gehört werden. Und in der Sirene ist immer jemand, der hört. Ruedi zum Beispiel, der stoische Barkeeper. Oder Mister Omnipräsent, der stets dort ist, wo auch ich bin. Oder sonst einer der Jungväter, der sich von zu Hause wieder einmal abseilen konnte. Aber als ich eintrete, zucke ich zusammen. Sara sitzt an einem Tisch, ihr gegenüber Mister Omnipräsent, sie schaut auf und wir sehen uns an, als hätten wir uns viel zu sagen. Ich setze mich zu ihnen.

„Wie war der Film?“, fragt Sara. „Woher weisst du, dass ich im Kino war?“, frage ich zurück. Sara schaut aus dem Fenster: „Tristan war hier. Nett, dass du mich gefragt hast.“ Ich folge ihrem Blick. Vor dem Fenster schlendert ein Paar vorbei. Ich hole Luft, möchte etwas sagen. In der Tischplatte bemerke ich eine Unebenheit. Ein Loch, das meine Finger abtasten, als gäbe es in ihm eine Welt zu entdecken. Ich muss weg hier. „Ehm… Hör zu, ich rufe dich an. Okay?“ Scheisse. Denke ich und winde mich hinaus. Nun hat meine Kolumne kein Ende. Und der Film keinen Kommentar.

(Zack and Miri Make a Porno, USA 2008, Regie: Kevin Smith, Schauspieler: Elizabeth Banks, Seth Rogen, Craig Robinson, Justin Long)

Zu Hause schreibe ich Sara eine E-Mail:

liebe miri  ; )

der neue kevin smith ist geil. er ist lustig und intelligent. auf den ersten blick ist er vulgär und schweinisch. das wort fuck kommt sooft vor, dass es seine bedeutung verliert und zu einem rhythmusinstrument wird. obwohl die harry-met-sally-geschichte komplett vorhersehbar ist, sind die zweidrei romantischen szenen herzzerreissend. gerade weil sie einerseits auf dem set des pornodrehs (bei laufender kamera notabene!) und andererseits beim scheissen auf dem klo stattfinden. und das ist es auch, was den film zu etwas besonderem macht. diese meta-ebene. ist es nicht gleichzeitig romantisch und augenöffnend, wenn die sexszene für den porno unbrauchbar wird, weil zu viel liebe drinsteckt? die geschichte des filmes ist, weil sie so vorhersehbar ist, genauso unbedeutend wie bei einem porno. und trotzdem geht es nicht ohne. in zwei szenen schaut zack beinahe in die kamera, als richtete er seine worte an uns zuschauer, an uns voyeure. sein freund delaney erklärt ihm, dass der porno ein ende brauche. kevin smith lässt uns dann aber ohne filmende. zeigt den abspann und rollt dann mitten im abspann die geschichte zum happy end. also unbedingt sitzen bleiben. sara, das alles wollte ich dir heute abend sagen. und das andere auch.

gute nacht, zack

~ by sakkaden on 27. August 2009. Tagged: , , , , , , , , , ,

2 Responses to “Screenology #18: Zack and Miri Make a Porno”

  1. Lieber Han Solo
    Ich wünschte mir, du würdest dann gefälligst vom “anderen auch” erzählen. Vor was rennst du weg? Weisst du eigentlich, dass du mir mehr und mehr egal bist?
    Ich habe den Film heute Abend gesehen. Mich hat das ironische Spiel mit den Vorurteilen beeindruckt. Die rührenden Freundschaften unter den Crew-Mitgliedern. Und die schauspielerische Genauigkeit der beiden Hauptdarsteller Elizabeth Banks und Seth Rogen. Ich wusste stets, was sie verraten oder verstecken wollten.
    Bei dir weiss ich nicht, was du verraten oder verstecken willst. Aber du bist ja auch kein Schauspieler.
    Und damit du’s weisst: Ich will nicht mit dir schlafen! Und ich mach auch keinen Dutch Rudder! Obwohl… ; )
    Gute Nacht,
    Prinzessin Leia

  2. [...] Screenology #18: Zack and Miri Make a Porno Sakkaden – PeopleRank: 10 – 27.08.2009 … (Zack and Miri Make a Porno, USA 2008, Regie: Kevin Smith, Schauspieler: Elizabeth Banks, Seth Rogen, Craig Robinson, Justin Long) Zu Hause schreibe ich Sara eine E-Mail: liebe miri  ; ) der neue kevin smith ist geil. er ist lustig und intelligent…. + voten [...]

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